KW 19 / Natürlich ungezügelt: Kentaur


Diese Geschichte ist nichts für Zartbesaitete.

Um sich die versprochenen Brautgaben zu sparen, stößt ein Mann namens Ixion seinen Schwiegervater in eine Grube voll glühender Kohlen. Daraufhin fällt Göttervater Zeus nichts Besseres ein, als Ixion zu begnadigen und in den Olymp einzuladen. Doch statt sich seinem Retter gegenüber dankbar zu zeigen, steigt Ixion Göttergattin Hera nach. Verständlicherweise fühlt diese sich belästigt und bittet ihren Mann, den Lustmolch vor die Tür zu setzen. Zeus, blind auf beiden Augen, hält seinem neuen Freund die Treue, willigt aber schließlich ein, Ixion auf eine Probe zu stellen. Aus einer Wolke formt Zeus ein Abbild Heras. Und siehe da: Ixion tappt in die Falle und vergewaltigt die Wolke. Das ist nun selbst Zeus zu pervers. Er lässt Ixion an ein Feuerrad binden und in die Unendlichkeit rollen.

Die Wolke aber ist schwanger. Und einige Wolkenschwangerschaftswochen später gebärt sie ihren ersten Sohn und nennt ihn Kentauros. Es sind Pferde, die seine ungezügelte Fleischeslust erregen. An lauwarmen griechischen Sommerabenden entstehen so die Kentauren. Unten Pferd und oben Mensch. Wild und triebhaft.

Wie man sich als dänische Band vor diesem Hintergrund Kentaur nennen kann (wenn man nicht gerade Metal spielt), ist mir ein Rätsel. Sollte ich Marc, Mikkel und Søren irgendwann einmal treffen, werde ich sie fragen.

Übrigens zähle ich Kentaur Kentaur @ Soundcloud zu den Highlights des diesjährigen SPOT-Festivals. Die anderen stelle ich Euch in den kommenden Wochen vor.

— Simon