Artikel von Robert

„Winter is not coming“ hatte jemand auf sein Schild bei der Fridays-For-Future-Demo geschrieben. Wettermäßig auf jeden Fall eher Novemberniveau.
Auf dem Rückweg wollte ich eigentlich nur kurz im Kulturkaufhaus rein, der Regio war eh grad weg. Und als Soundtrack lief Paul Hankinsons Album Echoes of a Winter Journey, von Schuberts Winterreise inspiriert – ein Stück heißt November, ein anderes Gute Nacht oder Augenblick:

Im Booklet stand:

Music for lying on the floor at midnight.

Und auf der Webseite:

“No one feels another’s grief, no one understands another’s joy. People imagine they can reach one another. In reality they only pass each other by”, Franz Schubert once complained and in doing so greatly underestimated the power of his own music.

Man könnte also nochmal los, um die CD zu kaufen, und bis Mitternacht wieder zurück zu sein. Für die Couch-Liegenden unter uns ist es aber wahrscheinlich einfacher bei YouTube reinzuschauen:

Aufgenommen im Traumton-Studio in Berlin-Spandau, welches in den 20er Jahren ein Ballsaal war. Das passt zum ein paar Regale weiter stehenden Yann Tiersen und seinem neuen Album, mit einem ersten Titel namens Tempelhof – aufgenommen in einer verlassen Diskothek auf Ushant, in der er ein neues Studio eingerichtet hat:

Und das erinnerte mich natürlich sofort an J’aime und sein Stück Tiergarten:

Und dann die Frage, kriegen wir das hin?

Prenzlauer Berg?

Kreuzberg?

Köpenick?

Neukölln?

Reinickendorf?

Spandau?

Hatte ich einen neuen Kulturklubben-Artikel versprochen? Ich kann mich gerade, äh, nicht erinnern. Hätte ich, dann würde ich Adrian Lane und sein Album I Have Promises to Keep als Soundtrack für dieses Wochenende vorstellen:

How did you make I Have Promises to Keep?
All the sounds are generated in some way by a piano, but not all parts are played on the piano. There was fair amount of sampling involved with some parts being time stretched to create long drones, others reversed or heavily reverberated.

Very few of the tracks were played in the traditional sense of sitting at the piano and playing the tune. I put various things inside the piano to give certain sounds and then recorded phrases which I layered with other sounds. For example, I put sheets of tin foil inside the piano to give a percussive, almost hi-hat like sound, and hit the strings with a pen to give an almost hammered dulcimer like sound.

I also recorded various hits on the wood of the piano to create percussion samples, and had my friend, Bryan Styles, play rhythms on the piano with various drumsticks, beaters and wooden chopsticks.

Preserved Sounds

Was für ein Tag. Morgens war der See noch leicht zugefroren und abends konnte man nach Eis und Pizza im Sonnenuntergang sitzen.

Und es fühlte sich fast an … wie Urlaub in Italien.

Easy … Popeasy … Easy … Mobeasy …

Im August schrieb ich über Peluchés Track Figure Me Out:

Gäbe es einen Club, wo dieses Lied auf Repeat liefe, würde ich jetzt tanzen gehen und nicht ins Bett und morgen zurück ins Büro.

Würde ich mich jetzt nicht so kränklich fühlen, dann würde ich nicht früh ins Bett gehen und morgen vielleicht nicht … egal, das ganze Album von Peluché ist „unforgettable“, das dadurch begründete Trip-Jam-Genre großartig und die Entstehungsgeschichte der Band famos:

All self-taught musicians, they formed through a beautiful stranger in a customer service encounter and quickly formed a strong musical bond through their love of jamming. Peluché jam in their self-built studio space in a garden shed, and always record the foundations of tracks live.

Solltet ihr krank im Bett liegen, schaut euch doch zur Ablenkung ihre Musik-Videos an:

Oder lernt mit ihnen tanzen (falls ihr nur so zu Hause rumgammelt):

Und guckt eine Live-Session von Peluché aus ihrem „rehearsal shed“:

The Sensory Illusions ist ein neues Projekt vom großartigen Bill Wells, diesmal an der elektrischen Gitarre statt an Klavier oder Keyboard, zusammen mit der Tuba-Virtuosin Danielle Price.

‘I’ve always liked the tuba,’ says Wells, ‘maybe it’s because it’s more like a voice. Also I think its potential is still rather underused.’

While Wells is modest about his own guitar skills, he has nothing but praise for his musical partner. ‘Danielle is one of the best musicians I’ve ever worked with. She’s extremely versatile, from playing in trad jazz bands or with the BBC Scottish Symphony Orchestra, to playing with the likes of Ashley Paul, Mats Gustaffson and Ntshuks Bonga. She functions as both bass player and drummer in the Sensory Illusions, combing percussive sounds with melodic patterns/riffs.’

Als Viaduct Tuba Trio mit Mark Reynolds und Antony Hook gibt es noch Fanfare For Three Tubas, mit Bill Wells nur noch als Komponist:

Manchmal erinnert mich irgendwas an dieses Lied, ein Klassiker von The New Raemon mit dem Titel Tú, Garfunkel:

Que mala memoria…
Y ahora compartirmos noches
Con el primero que pasa
Y abrazamos las cucharas
Para ver si alguna encaja
Y si trae comida china
El chino del oso panda
De repente se me enfria
Y el arroz se me atraganta

Yo soy simon tu garfunkel
Yo soy simon tu garfunkel…

Live in Barcelona:

Und dann klickt es sich weiter, quasi wie im Autoplay, ich weiß auch nicht wieso, ein Stück von Nacho Vegas vom Album Actos inexplicablesEl ángel Simón:

Simón, desde que te fuiste tengo que decir
Que la verdad, no estamos nada mal sin ti
También es cierto que podríamos estar mejor
Pero ya ves, las buenas cosas mueren bajo el sol

Live in México:

Einer der ersten Blog-Posts, den ich an meinem ersten Arbeitstag im Neuen Jahr las, war Steve Klabniks thank u next. Neben vielen Fragen, die das aufwarf, machte es mich auf einen der großen Hits des Jahresendes 2018 aufmerksam, thank u, next von Ariane Grande :

Details zur Spotify- und YouTube-Rekorden sowie Analyse aller Film- und Textreferenzen gibt es bei Wikipedia und Genius. Inspiriert hat das Stück natürlich auch zu vielen Cover-Versionen – deren YouTube-Videos hat dann Nicholas Krgovich wiederum als Schnipselmaterial für das Video seiner Cover-Version genommen, die er aufnahm, weil es so perfekt zu seinem Album OUCH passte:

At one point I pulled over for gas and checked my phone and had a bunch of DM’s from friends and other people asking me if I’d heard the new Ariana Grande song — all remarking on the eerie thematic parallels between it and this album I had just put out called OUCH. So, after I filled the tank I put it on and listened to it twice. While it was playing the second time I got two more messages from people, one of them my boyfriend, suggesting that I cover it. And that was that, I had a fun assignment.

Stereogum

Neulich hatten wir schon ein erstes Stück von Ô Lake, am Freitag ist nun das Album namens Refuge erschienen. Cinematic Piano Electronica nennt Sylvain Texier das Genre und beim Namen seines Projekts hat er sich vom Gedicht Le Lac von Alphonse de Lamartine inspirieren lassen. Im Gedicht geht es um den Lac du Bourget und das Treffen mit seiner Muse Julie Charles, die nicht kommen konnte und kurze Zeit später an Tuberkolose starb. Als er zum See zurückkehrt, ist dort alles unverändert:

Surprised to find the natural setting unchanged and indifferent, he wished it could preserve some memory of their past happiness.
The poet sighs at the memory of a star-lit night on the lake with his muse, and laments the onrush of time that relentlessly carries one away from such happy moments.

In den Worten von Alphonse de Lamartine (oder gesungen von Pol Plançon):

Ô lac ! rochers muets ! grottes ! forêt obscure !
Vous, que le temps épargne ou qu’il peut rajeunir,
Gardez de cette nuit, gardez, belle nature,
Au moins le souvenir !

Wikipedia

Das ist vielleicht nicht der beste Post ever und vielleicht enthält er auch ein paar Rechtschreib-, Komma- und Stilfehler. Aber eins steht fest, das Debütalbum von Special-K alias Katrín Helga Andrésdóttir ist das beste Album für diesen ersten Februarfreitagabend!

Ein Hibernaculum ist ein Winterlager – und wer verspürt dieser Tage nicht auch manchmal den Wunsch, sich hinzulegen und bis zum Frühling durchzupennen. Den Soundtrack zum Hibernaculum, gefunden in einem Tweet von Shida Shahabi, hat jedenfalls das “Stationary Travels”-Blog:

Hibernaculum is Latin for “winter quarter”, a place where creatures seek shelter and refuge from the harsh elements while they go dormant for the season.


Besonders schön dabei Ô Lake mit einer Solo-Piano-Version von The Leftovers von ihrem bald erscheinenden Album Refuge:

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