2015

Kultur­klubben

KW 5 Datum

Ein Song, ein Tag. Oder so. Mit Musette.

Patiently written down dates, noted with a piano and carefully collected on cassette tapes, one by one. An assiduous attempt to keep books of time, to sketch the events, the landscapes and neighborhoods with melodies and recordings of sound. For several years Joel Danell has been writing songs on a piano, all given the names of dates as if they were diary notes. The kind of notes where the writing, more than the words themselves, recounts for the moment of them being written: times of accumulation where the letters stand close to each other and reach far into the margin, moments of pensiveness where lines have been crossed out and others have been added and moments of excitement where the letters have gained in size and defied the ruling of the sheet.

— Robert

KW 4 Join Forces

Man wird mir vorwerfen können, ich lebte (musikalisch gesehen) ausschließlich vom Spot-Festival. Meine Vorberichte beginnen im April, das Festival ist im Mai, die restlichen 10 Monate sind der Rückschau gewidmet. Selbst heute, im Januar, möchte ich Euch eine Musikerin vorstellen, die ich auf dem letztjährigen Spot zum ersten Mal live erlebt habe: Penny Police.

War sie mir bis dahin nur als Solokünstlerin bekannt, die ich (warum auch immer) gerne mit der bereits mehrfach im Kulturklubben erwähnten Hannah Schneider verwechselte, wurde ihr Spot-Auftritt orchestral.

Extra für diesen Nachmittag taten sich Marie Fjeldsted (aka Penny Police), die Komponistin Signe Lykke sowie neun weitere Musikerinnen und Musiker zum Projekt Join Forces zusammen – darunter, zu meiner großen Freude, Asker Bjørk von Boho Dancer.

Eine Premiere also. Beim Einlass wurden kostenfreie CDs verteilt, mit drei der fünf oder sechs dargebotenen Stücke. (Genau weiß ich das nicht mehr. Ist ja auch acht Monate her.) Nach dem Konzert verließ das Publikum beseelt den Saal, und siehe da, der CD-Preis war in der Zwischenzeit sprunghaft von 0 auf 50 Kronen gestiegen. Böse Zungen behaupten, das Personal habe, obwohl auch im genuschelten Dänisch klanglich ganz weit auseinander, „verkaufen“ mit „verschenken“ verwechselt. Ich aber sage: Die Preissteigerung spiegelt den Werdegang der Join Forces wider: von ungehört zu Geheimtipp.

— Simon

Briefmarken | fotografiert von Robert

KW 3 Top Sound

Ein Blick zurück, keine Dekade … aber schon ein halbes Dutzend Jahre. 2009. Auf Friendly Noise erscheint die MP3-Single FYN 104: Top Sound “A matter of precision” / “Francophilie”

Last year the Stockholm group Top Sound played live at the Friendly Noise club at Sugar Bar. Now we’re happy to release a single by them in our ongoing free mp3 series.

2010 dann ein großartiges Video zu Your Summer Was Over In June:

Und etwas später ein Remix von Malkovic’ Chenille auf einer verschollenen EP namens Remixed Estrada.

Noch ein Jahr später:

Are people still buying cd’s, or is that a thing of the past? We almost have an album of about ten songs finished, how many copies do you suggest? One or two million cd’s? Any other ideas?

Und ein paar Monate später:

Album almost done! We have said that for a couple of years but this time it is almost true!

Und schließlich: Top Sound. Aufgenommen im Sunvalley Studio in Rissne, veröffentlicht am 30. September 2011.

Auf CD in Grün, als Vinyl in Orange, das Design stammt von Krister Bladh und ist mit Eureka gesetzt.

2012, die erste Auflage der CD ist ausverkauft und es gibt Sparkwood (Коля Угрюмов misinterpreted radio edit) zu hören …

Und es erscheint eine Split-Single mit

one of the best finnish bands ever, The New Tigers. […] We play a version of their song “Pocketful of Sand” and they do our “I Have Been Replaced”.

Ende des Jahres 2012 dann noch ein Stück auf der Compilation I hear a new world, auf Cassette, als Download und mit dazugehörigem Buch.

2013?

Yesterdays rehearsal was our first as a quartet!

2014?

May 15 2014: French disco in the making!

2015 … ?! Mehr Top Sound!

— Robert

KW 2 Und noch ein Rückblick

“Bestenlisten” sind so eine Sache. Häufig erscheinen mir die Zusammenstellungen willkürlich und abhängig von der Tagesstimmung der Verfasser. Wähle ich heute den „Musikalischen Höhepunkt des Jahres“, fällt mir morgen ein anderer ein und übermorgen wiederum ein anderer. Die den Sieg eher verdient hätten? Warum überhaupt soll ich mich festlegen?

Die Antwort lautet: Weil es die Spielregeln so vorsehen! Nun gut, hier kommen sie also, meine

TOP 5 der musikalischen Höhepunkte des Jahres 2014

Platz 5 geht an Birdy Peacock aus Brisbane für ihr Sich-Winden, Springen, Drehen, Kriechen, Treten, Fallen und Wiederaufstehen, Zittern und Zucken, Beugen und Biegen, Haare-Ziehen und Bauch-Trommeln und Hinter-dem-Vorhang-Verstecke im Video zu Chandelier. Trotz ihres hohen Alters von 21 Jahren beherrscht Birdy Peacock all diese Bewegungen mindestens genauso gut wie im Original die (zum Zeitpunkt der Aufnahme) 11-jährige Maddie Ziegler. [Leider dürfen wir das Video nicht im Kulturklubben zeigen. Schweren Herzens muss ich Euch auf YouTube verweisen. Aber kommt wieder. Es gibt noch vier weitere Plätze zu vergeben.]

Platz 4 geht an Kiesza (gesprochen wie „Kaisa“) aus Calgary, weil dank ihr die nervige Suche nach dem „Sommerhit des Jahres“ schon im Februar ein Ende hatte und mit Hideaway ein würdiger Preisträger gefunden war.

Platz 3 geht an Sylvan Esso aus North Carolina, weil der ganze Saal tanzte … als mir Franziska zum Geburtstag Karten für Warpaint in Leipzig schenkte, diese aber absagen mussten und stattdessen Sylvan Esso auf der Bühne standen. Ein fabelhafter Ersatz und unter den guten Konzerten im letzten Jahr eines der besten.

Platz 2 geht an Cancer aus Kopenhagen für ihre Debüt-EP Ragazzi. Online findet sich wenig über das Duo (der Bandname tut sein Übriges). Also bitte kauft die EP oder kommt mich besuchen. Mein Lieblingslied aber, das gibt es kostenfrei: Same Color as Digital Photography.

Platz 1 geht – tata – an Dísa aus Reykjavík/Kopenhagen. Aus der Begründung der Jury: […] Das Preisgeld möge es ihr ermöglichen, im neuen Jahr ihr Debütalbum fertigzustellen, damit wir den Zauber ihrer Konzerte endlich auch daheim halbwegs nacherleben können. […]

— Simon

Leipzig-Connewitz | fotografiert von Franziska

KW 1 Playlist | Ein Rückblick

Ein neues Jahr und ehe wir uns mit neuer Musik überfrachten, ein kurzer Blick auf einige meiner Konzert- und Musik-Highlights 2014: Ich verliebte mich bei den wunderbaren Auftritten von The Black Atlantic und I am Oak zum Record Store Day in Utrecht genauso wie bei Chorus Grant und Ida Wenøe anlässlich des Spot Festivals in Aarhus. In leicht größerem Rahmen, aber nicht minder fesselnd, die Konzerte und Musik von Nils Frahm, selten verfolgte ich Musik so berauscht. Im April ist er zweimal in der Volksbühne zu sehen, es lohnt sich sehr. Und das ist sicher noch nicht alles.

A new year and before we start overloading ourselves with new music, I’ll have a look at some of my last year’s concert and music highlights: I fell in love at the wonderful, small performances of The Black Atlantic and I am Oak at the Record Store Day in Utrecht, and Chorus Grant and Ida Wenøe during the Spot Festival in Aarhus. With a slightly larger audience, but not less fascinating, the concerts and music of Nils Frahm, I rarely ever followed music that inebriated. In April he’ll be playing in Volksbühne two times, it’s so much worth it. There’s more to come.

— Franziska